Freitag, 9. Oktober 2015

[Rezension] „Das geheime Leben der Violet Grant“ – Beatriz Williams

Berühmte Namen umschwirren die Aura der Violet Grant. Koryphäen der Physik wie Max Planck und Albert Einstein geben sich bei ihr und ihrem Professoren-Gatten die Klinke in die Hand. Den Ehemann jedoch soll sie eines Tages eigenhändig ermordet haben. Keine geringere als ihre Nichte Vivian schickt die Autorin Beatriz Williams rund 50 Jahre später auf ihre Spur.


 
Vivian und Violet, die Protagonistinnen des Romans „Das geheime Leben der Violet Grant“, könnten verschiedener auf den ersten Blick nicht sein. Die eine ist wortwitzig, selbstbewusst und kokett, die andere verschüchtert und eigenbrötlerisch. Und doch eint sie eine Sache: Sie beide sind auf ihre Art aus den gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit ausgebrochen.

Vivian Schuyler möchte als Journalistin auf eigenen Beinen stehen. Kein einfaches Unterfangen als junge, allein stehende Frau, wenn man die Lebensumstände in den 60er-Jahren bedenkt. Als eines Tages ein ominöser Koffer den Weg zu ihr findet, wähnt sie ihre Chance auf eine packende Reportage zum Greifen nah. Zumal sie schnell feststellen muss, dass sich ein lang gehütetes Familiengeheimnis um ihre Tante Violet dahinter verbirgt.

Verschiedene Erzählebenen

Von diesem Moment an springt Autorin Williams behände von einer Erzählebene zur anderen, verknüpft die Leben beider Frauen miteinander und führt sie unaufhaltsam dem großen Finale entgegen. Vor allem die Perspektive Vivians ist ein großer Spaß, da sie nicht nur mit amourösen Männergeschichten, sondern vor allem mit bestechendem Witz ausgestattet ist. Die rund 570 Seiten vergehen wie im Fluge. Definitiv eine Empfehlung für herbstliche Sofaabende.


    

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