Freitag, 23. Oktober 2015

Mein Besuch auf der Frankfurter Buchmesse 2015 #fbm15

Die Frankfurter Buchmesse ist in jedem Jahr ein Erlebnis für Bücherjunkies wie mich. Diesmal war ich an den Fachbesuchertagen Donnerstag und Freitag dort. Allein diese zwei Tage genügten schon, um mit vielen Eindrücken, neuen Erkenntnissen und auch dem ein oder anderen Buch wieder heimzufahren.

Ließ ich mich am Donnerstag noch weitestgehend treiben und traf mich mit Freunden und Kollegen vor Ort, so hatte ich mir am Freitag ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Los ging es am Stand der Buchwissenschaft der Uni Erlangen-Nürnberg. Zwar dürfen an den Fachbesuchertagen keine Bücher verkauft werden, aber gegen ein Glücksrad spricht diese Vorgabe nicht. Mit einem Schwung erspielte ich mir ein Überraschungsbuch, eine Printausgabe.

Mit etwas Glück zum Buchgewinn bei den BuWis



Unterdessen diskutierte man auf der kleinen Bühne nebenan über Lesegewohnheiten und darüber, wie sie sich durch den digitalen Wandel verändert haben. Während im Printbereich ein lineares Lesen vorherrschend ist, ermöglicht die Online-Welt Verlinkungen, durch die man zwischen verschiedenen Ebenen im Text oder auch von einem Text zum anderen nach Belieben springen kann. Darüber hinaus hat sich auch die Darstellung von Wissensinhalten verändert. Zu Text- und Fotoformaten sind Bewegtbilder hinzugekommen. Eine echte Herausforderung für Verlage, da noch mitzuhalten.

Kein Wunder, dass mittlerweile neben den klassischen Verlagsständen und Dienstleistern auch immer mehr Online-Marketer auf der Buchmesse vertreten sind. Sie treten zum Beispiel dann in Erscheinung, wenn es darum geht, die richtige Zielgruppe im Netz zu bestimmen. Auf welchen Geräten nutzt mein Kunde das Material, das ich ihm zur Verfügung stelle? Wie sammle ich Daten darüber, wo und von wem meine Angebote online angenommen werden? Ein Impulsvortrag am Stand der Reemers Publishing Services GmbH gab Aufschluss darüber, auf was letztlich dabei zu achten ist. Fazit: Zielgruppenmarketing ist individueller und gleichzeitig komplexer geworden, umfasst alle Bereiche und ist ein fortwährender Prozess.

Der Werthers-Stand - ein echtes Paradies :)

Zeit für eine kurze Verschnaufpausse auf dem Innenhof, der bei Kälte und Regenwetter weit weniger bevölkert war, als ich ihn sonst kennengelernt habe. Dafür barg er eine güldene Überraschung für alle Bonbonfreunde. Tonnenweise Kindheitserinnerungen, gratis zum Probieren. Ein Traum!

Bereits am Vortag hatte ich den Bonbonstand für mich entdeckt, nachdem ich kurz zuvor noch der Verleihung des Kindle-Storyteller-Preises beigewohnt hatte. Der glückliche Gewinner: Phillip P. Peterson mit seinem Roman "Paradox: Am Abgrund der Ewigkeit". Ich gratuliere!


Als ich Freitagmorgen das Messegelände betrat, herrschte noch Ruhe in den Gängen:


Wenige Stunden später sah das schon anders aus. Beim Bloggertreffen im Orbanism Space tummelten sich mehr als hundert Bücherblogger und - vorwiegend! - Bücherbloggerinnen. Ich war über einen Post von Papiergeflüster auf das Treffen aufmerksam geworden. Allerdings, so muss ich zugeben, war es mir beinahe ZU voll. Die Menge fremder Menschen hat mich doch ein wenig überfordert und so freute ich mich sehr, als ich in der Masse Michelle von der Veen von Museumsglück traf, die ich hier aus Münster persönlich kenne und die inzwischen beim Kerber Verlag tätig ist.

Kaum Platz zum Atmen auf dem Bloggertreffen

Auch der Promifaktor kam in diesem Jahr natürlich nicht zu kurz. Unter anderem wohnte ich einem Interview mit Charlotte Roche bei, deren erstes Buch ich erst im vergangenen Jahr las und das mich durchaus - entgegen aller Unkenrufe - beeindruckt hat. Roche hat nun ihren dritten Roman vorgelegt: "Mädchen für alles". "Es ist Zeit, auch mal über unsympatische Heldinnen zu schreiben", warb sie für die Geschichte.

Die flotte Charlotte beim Autogramme geben

Besonders freute ich mich, den diesjährigen Preisträger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels live erleben zu können: Navid Kermani. Auf dem blauen Sofa sprach er über sein Buch "Ungläubiges Staunen. Über das Christentum". Darin nähert er sich auf sehr persönliche Art und mit einem eigenen Blick christlicher Kunst. "Mir ging es darum, nicht die theologische Botschaft vorwegzunehmen, sondern zu schauen, was abgebildet ist." Es sei ein schwärmerischer Blick, sagte er. "Das Verhältnis zu einer anderen Kultur ist für mich immer einfacher als das zu meiner eigenen."

Navid Kermani auf dem blauen Sofa des ZDF

Ich war aber nicht nur als Bloggerin und Buchliebhaberin auf der Buchmesse. Last but not least war ich auch als Autorin dort. Und als diese gönnte ich mir kurz vor meiner Abreise noch ein besonderes Schmankerl. Oft schon wurde mir aus Autorenkreisen DAS Schreibprogramm für Schriftsteller empfohlen: Papyrus. Mehr als eine Stunde nahm sich dessen Entwickler Ulli Ramps Zeit, mir die Vorzüge des Programms zu erläutern.

Zufriedener Unternehmer: Ulli Ramps
Papyrus kann nicht nur Planung, Rechtschreibung und das übliche Pipapo, vor allem die Stil- und die Lesbarkeitsprüfung haben es mir angetan. Nun bin ich also stolze Besitzerin des Autorenprogrammes und teste schon fleißig herum. Ein endgültiges Urteil kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeben, ich habe aber jetzt schon das Gefühl, diese Investition hat sich gelohnt. Ich werde berichten.

Die vielen positiven Eindrücke, tolle Gespräche und meine neuen Errungenschaften haben die Frankfurter Buchmesse zu einem wunderbaren Erlebnis gemacht! Bis zum nächsten Jahr!

  

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