Donnerstag, 16. Juli 2015

Step by step - jeden Tag ein Stück näher zum Glück

Alle träumen sie vom großen Glück. Auch ich habe das lange Zeit getan. Immer habe ich gedacht, wenn ich nur hart genug daran arbeite, dann kommt es eines Tages auf einen Schlag und dann wird es mir auch schlagartig gut gehen. Aber Pustekuchen! Was ich nicht bedachte, war die Tatsache, dass nachhaltige Zufriedenheit sich nicht über den einen großen Kick einstellt. Nein, sie möchte gepflegt werden, Tag für Tag und Step by Step.

Das habe ich allerdings inzwischen gelernt. Und ich bin - Schritt für Schritt - dabei, (fast) jeden Tag nach meinem neuen Credo zu leben:

Wer loslassen kann, wird beschenkt.


Was bedeutet das konkret? Ich habe vor einigen Jahren begonnen, systematisch auszumisten. Jeden Monat, immer mal so zwischendurch, sortiere ich Sachen aus. Mal ist es der Kleiderschrank, der abgespeckt wird, mal das Bücherregal. Selbst in einer Zweizimmerwohnung kann man ganz schön was ansammeln, das sage ich euch.

Meine derzeitige Lektüre.



Als ich irgendwann feststellte, dass ich wirklich über Jahre derart viele Dinge angesammelt habe, die ich a) eigentlich nicht (ge-)brauche und die b) nur Staub fangen und daher nutzlos sind, hat es mich fast erschlagen. Ich dachte mir: Das schaff ich nie. Dann aber habe ich mir die Schubladen-Methode angewöhnt. Das heißt, ich habe mir an jedem Aufräumtag nur einen kleinen Teil vorgenommen, nicht mehr.

Die Schubladen-Methode


So habe ich mich, Stück für Stück, von einer Schublade zur nächsten vorgearbeitet, von einem Karton zum nächsten und so weiter. Mit der Zeit hatte ich dann irgendwann alle Schubladen und Kartons durch, dann kamen die Regalbretter und Küchenschränke dran.

Woran ich mich gewöhnen musste: Der Effekt stellt sich erst langsam ein. Als ich das erste Mal zwei Stapelboxen voll mit Büchern zum Antiquariat brachte und hinterher wieder nach Hause kam, erschrak ich sehr. Denn das Regal sah exakt genauso aus wie vorher: vollgestopft und überladen.

Zwei Jahre später sieht es da schon anders aus. Zwar habe ich immer noch einen ganzen Haufen ungelesener Bücher, aber so langsam sehe ich Land. Immerhin stehen sie inzwischen nicht mehr überall in zwei Reihen. Ich habe zudem nach Themengebieten und Autoren sortiert.

Die Seele entschlacken


Was hat das jetzt bitte mit dem Thema Glück zu tun, mögt ihr euch fragen. Ganz einfach: Mit jeder kleinen Schublade, mit jedem fortgebrachten Buch, habe ich nicht nur meine Wohnung, ich habe automatisch auch meine Seele entschlackt. Sich von Dingen zu trennen, macht frei. Sich an sie zu hängen hingegen, verschaffte mir zuvor eine Art "Scheinsicherheit".

Nachhaltig ist diese Methode deshalb für mich, weil ich zeitgleich gelernt habe, mir selbst die Sicherheit zu geben, sie von innen zu spüren, anstatt sie mit Äußerlichkeiten künstlich herzustellen. Das macht mich zufrieden. Und das fühlt sich wahrlich so viel besser an, als sich von Dingen abhängig zu fühlen, die ich - objektiv betrachtet - nicht wirklich brauche.

Wer sich gerne mit den Ursachen für dieses Phänomen etwas genauer beschäftigen möchte, dem empfehle ich zweierlei: das Video "Wer glücklich ist, kauft nicht" (siehe unten) mit einem Vortrag von Gerald Hüther und das Buch "Die Glücksformel oder Wie die guten Gefühle entstehen". Beides nähert sich dem Thema Glück auf wissenschaftlichem Wege.






   

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