Donnerstag, 16. Oktober 2014

Ein Tag auf der Frankfurter Buchmesse #fbm14

Wenn Planung denn immer so einfach wäre...!
Das hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich in diesem Jahr nur einen Tag auf der Buchmesse verbringen würde. In den Kalender eingetragen hatte ich die fünf Tage vom 8. bis 12. Oktober 2014 schon lange. Doch das war, bevor ich die Zusagen zu meinem Stipendium in Hamburg bekam. Nun blieb mir im Grunde die Wahl, entweder am Sonntag zum Besuchertag in Frankfurt aufzulaufen oder bereits am Mittwoch den Weg dorthin anzutreten. Mit organisatorischem Aufwand verbunden war beides.



Ich entschied mich für Letzteres. Erstens war ich sicher - und würde damit auch Recht behalten -, dass ich am Sonntag vor allem eines tun würde: ausruhen. Und zweitens sind die Besuchertage doch meist recht überlaufen und die Gespräche mit Menschen aus der Branche kommen bisweilen dabei etwas zu kurz. Ich meldete mich also ganz offiziell als Bloggerin an und erhielt somit Zugang am Fachbesuchertag.

Mein Programm


Der Tredition-Verlag stellte seine Selfpublishing-Plattfom vor.
Mehrere Dinge standen für mich auf dem Programm: Ich wollte ein paar Freunde besuchen, die ihre Werke auf der Buchmesse ausstellten. Des Weiteren hatte ich mir vorgenommen, den Blick auf die Münsterschen Fachmessenbesucher zu richten und dem Trend des Selfpublishing genauer auf den Grund zu gehen. Achja, und dann wollte ich natürlich noch ein paar interessante Interviews und Lesungen abgreifen. Zu guter Letzt stand für mich die Option im Raum, eventuell das ein oder andere Rezensionsexemplar zu erhalten, sollte es sich aus dem Gespräch ergeben. Was eigentlich für fünf Tage geplant war, fand nun also in wenigen Stunden statt.

Gleich zu Beginn wurde ich in einem Gang von einem netten Herren angesprochen. Er machte mich auf das Buch "Katastrophenalarm!" aufmerksam, das in seinem Verlag Neuer Weg erschienen ist. Ich gebe zu, der etwas reißerische Titel hätte mich wahrscheinlich nicht dazu verleitet, das Buch zu kaufen. Zudem ist mein Rezi-Regalbrett noch reichlich gefüllt. Generell halte ich auch nicht viel davon, möglichst viele Bücher abzugreifen, nur weil sie für Rezensenten unter Umständen umsonst sind. Einen Bezug zu mir und meinen Interessen sollte es schon geben.

Im Laufe des Gesprächs aber ergaben sich jedoch ein paar sehr interessante Fragen, die mich neugierig machten. Und da der Herr auch nichts einzuwenden hatte, als ich ihm prognostizierte, dass es sicher eine Weile dauern könne, bis das Buch an der Reihe sei, nahm ich schließlich ein Exemplar mit nach Hause.

Münstersche Aussteller


Die Illustratorin Lena Hesse und der Münstersche Dom
Auch Kontakte zu Münsterschen Ausstellern waren schnell hergestellt. Spontan entschied ich, nicht nur aus privatem Interesse nach ihnen Ausschau zu halten, sondern auch der Münsterschen Zeitung einen Text über die Messe anzubieten.Tja, wie das manchmal mit spontanen Ideen so ist - leider hatten die Redakteure den vorhandenen Platz auf ihren Seiten bereits verplant.

Aber (!) in dem Münsterschen Online-Magazin Alles Münster konnte ich ein paar Zeilen und Bilder unterbringen. Wen der Bericht interessiert, der klickt bitte hier entlang. In diesem Text stelle ich den Autor Philipp Winterberg, den Autor und Illustrator Daniel Napp und den am Münsterschen Hafen ansässigen Coppenrath-Verlag vor. Es ist ein kleiner Ausflug durch die bunte Welt der Kinder- und Jugendbücher geworden.

Selfpublishing im Trend


Eine Ratgeber für den Jakobsweg von Philipp Winterberg
Einen Trend in diesem Jahr markiert eindeutig neben den Entwicklungen in den digitalen Medien auch das Selfpublishing. In gewisser Weise bedingt das eine das andere, denn ohne die Notwendigkeit, bei der Produktion eines Buches sofort große Papierberge zu produzieren, wird es auch mehr und mehr für professionelle Autoren zu einer geschätzten Option, gleich selbst Herausgeber der eigenen Bücher zu werden.

Die noch immer von manchen gern gezogene Trennlinie zwischen vermeintlich hochwertigen Büchern, die durch einen Publikumsverlag gestützt sind, und jenen, die nach eigenem Gutdünken publiziert werden, sie verschwimmt zusehends. Ich bin sehr gespannt, welche Entwicklungen es da in den kommenden Jahren noch geben wird. Am 1. November nehme ich zunächst einmal an dem eBookcamp in Hamburg teil. Auch dort wird dieser Trend sicher heiß diskutiert werden.

Interessante Begegnungen


Typischer Vertreter der Bestsellerautoren
Zu guter Letzt lauschte ich einigen interessanten und prominent besetzten Interviews. Sei es Marlene Streeruwitz, die über ihren Roman "Nachkommen" sprach. (Eine aussagekräftige Rezension meines Kollegen Matthias Engels findet ihr hier.) Sei es Ken Follett, von dem ich bis dato noch nicht einmal wusste, wie er in natura aussieht, obgleich ich schon so einige seiner Schinken verschlungen habe. Sei es Giovanni di Lorenzo, der uns an seinen unzähligen Interview-Erfahrungen mit anderen Prominenten teilhaben ließ - was mal zum Lachen und auch sehr berührend war.

Nicht zu vergessen natürlich die Begegnung mit meinen zeichnenden, verlegenden, schreibenden und einfach wahnsinnig kreativen Freunden, die mir den Vormittag und die Mittagspause versüßten. Neben all den angesagten Medienassen und Veranstaltungen mit "Eventcharakter" sind es am Ende doch oft einfach die persönlichen Beziehungen, die ein Erlebnis unvergessen machen. Alles in allem war es ein gelungener Tag!


Die Marlene auf dem Blauen Sofa

Einer, der gern Fragen stellt und oft auch pointiert auf welche antwortet.





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