Samstag, 7. Juni 2014

Was tun bei einer Schreibblockade? - 5 Tipps

In einer Facebook-Blogger-Gruppe kam vor Kurzem die Frage auf, was ein Schreiberling tun kann bei einer Schreibblockade. Ich habe hier mal einige spontane Gedanken aufgezeichnet, die mir im Zusammenhang mit der Fragestellung in den Sinn kamen. Welche Dinge helfen mir am besten, wenn es mal nicht so fluppen will, die wirklich kreativen Ideen ausbleiben und die passenden Worte fehlen?

Tipp 1: Einfach anfangen

Was mir meist schon am besten hilft: Ich fange einfach mit dem Schreiben an. Hauptsache es steht endlich etwas da, das das gnadenlose Weiß durchbricht. Der Text muss ja nicht auf Anhieb perfekt sein, das sind die meisten Texte ohnehin nicht sofort. Selten schreibe ich etwas "einfach so runter", ohne dass ich hinterher noch einmal drüber arbeite. Mein Tipp also an dich: Hau in die Tasten und lass es fließen. Von deinem Anspruch auf Perfektion solltest du dich an dieser Stelle zunächst verabschieden. Feilen und verbessern kannst du hinterher immer noch. Und noch etwas: Wenn dir ein guter Einstieg einfach nicht gelingen will, dann beginne doch irgendwo anders, in der Mitte zum Beispiel, bei einem Gedanken, den du zum Thema hast. Oder - in allergrößter Not - mit einem ganz anderen Sujet. In der Regel kommt der Fluss dann von ganz allein.



Tipp2: Eine Mind-Map erstellen

Wenn du immer noch nicht genau weißt, wo du thematisch anfangen könntest, schnapp dir Block und Stift und erstelle dir eine Mind-Map. Das ist eine Technik, mit der du für dich Zusammenhänge visualisieren kannst. Du notierst dir einzelne Begriffe und lässt dich von deinen Assoziationen leiten. Die Worte, die zusammen gehören, kannst du mit Strichen oder anderen Symbolen verbinden. Das muss nicht künstlerisch wertvoll sein, hauptsache es hilft dir, deine Gedanken zu sortieren. Die Mind-Map für diesen Artikel könnte zum Beispiel so aussehen:


Eine andere Möglichkeit der zeichnerischen Umsetzung deiner Gedanken sind Sketchnotes. Ein paar Sketchnote-Elemente habe ich oben bereits in meiner Mind-Map aufgegriffen. Sketchnotes helfen dir, das was du thematisch in deinem Kopf gerade nicht geordnet bekommst, in eine andere Darstellungsform zu bringen. Hier arbeitest du ebensfalls mit Symbolen, Verbindungszeichen, natürlich auch mit Worten oder ganzen Sätzen - ganz wie du es gerade brauchst. Die Herangehensweise ist jedoch sehr viel bildhafter. Ein schönes Beispiel habe ich unter diesem Link bei Binedoro gefunden. Wie das geht? Lass deiner Kreativität freien Lauf. Möglicherweise ergibt sich aus so einer skizzierten Übersicht endlich die Gliederung, die du brauchst, um mit dem Schreiben anzufangen.

Tipp 3: Das Medium wechseln

Was bei dem vorherigen Tipp bereits eine Rolle spielt, kannst du auch auf eine andere Art und Weise einsetzen, nämlich den Wechsel des Mediums von der Tastatur zum Stift. Ein Freund von mir schwört darauf, jeden Tag mit seinem Füller ein oder zwei Seiten auf "normalem" Papier zu schreiben, anstatt auf den Bildschirm zu starren. "Ich brauche die Haptik", sagt er. Ganz so diszipliniert halte ich es damit nicht. Aber: Es ist was dran. Manchmal hilft es, sich selbst beim Schreiben mehr zu spüren, näher an das Gefühl zu kommen, den Körper deutlicher ins Spiel zu bringen. Ein Füller eignet sich dafür besonders gut, weil es sehr angenehm ist, wenn sein Federkiel über das Papier gleitet. Aber auch andere Stifte geben einem dieses gute Gefühl. Probier es einfach mal aus und finde dein Medium für dich.

Tipp 4: Bewegung in die Sache bringen

Den Körper mehr einzusetzen, hat auch noch weitere Vorteile. Wem es gelingt, verschiedene Gehirnareale miteinander besser zu koordinieren, der wird in Stresssituationen gelassener reagieren und kreative Lösungen finden. Eine Schreibblockade verursacht Stress - und das führt oft in einen Teufelskreis, in dem dann gar nichts mehr geht. Wenn bei mir dieser Zustand einsetzt, übe ich für einige Minuten auf dem Klavier. Das macht mir Spaß, aber gleichzeitig erfordert es auch Konzentration, denn ich bin - zugegebenermaßen - nicht besonders routiniert darin. Durch die Bewegung beider Hände, die ich miteinander koordinieren muss, "schüttele" ich mein Hirn in gewisser Weise kräftig aus wie ein Kopfkissen. Verschiedene Areale trainiere ich daraufhin, besser zusammen zu arbeiten. Und das wiederum fördert die Kreativität.
Die Bewegung schafft eine Distanz zu meinem Problem und lenkt meine Aufmerksamkeit auf etwas anderes. Manch einer schwört darauf, ins Fitness-Studio oder zum Joggen zu gehen. Hauptsache ist, du bekommst den Kopf frei und kreist nicht mehr nur um dich selbst und alles, was gerade nicht geht. Das hilft, nebenbei bemerkt, auch hervorragend in anderen Lebenslagen. 

Tipp 5: Mit anderen austauschen

Tja, und wenn das alles nichts nützt, dann tut es manchmal einfach gut zu hören, dass du nicht mit dem Problem alleine bist. Schreibblockaden sind völlig normal - zumindest solange sie keine extremen Züge annehmen. Jeder, der beruflich oder privat regelmäßig Texte verfasst, kennt diese Momente, in denen alles ins Stocken gerät und scheinbar nichts voran geht. Der Austausch in Gruppen oder mit Kollegen kann helfen, dann die richtige Methode für sich zu finden. Vielleicht bekommst du hier auch eine Idee mitgeteilt oder einen Anstoß, der den Stein ins Rollen bringt.
Wenn du über dein Thema sprichst, dann entwickelst du ganz automatisch einen roten Faden, auch wenn dir dieser vielleicht selber nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Also hol dir Feetback, scheue dich nicht vor Rückmeldungen. Wie schrieb schon Kleist in seinem Text "Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden": "Wenn du etwas wissen willst und es durch Meditation nicht finden kannst, so rate ich dir, mein lieber, sinnreicher Freund, mit dem nächsten Bekannten, der dir aufstößt, darüber zu sprechen." Mit "aufstoßen" ist hier übrigens "antreffen" gemeint. ;)

Die Aufzählung meiner Tipps erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sicher gibt es noch mehr gute Ideen, wie man seiner Schreibblockade zuleibe rücken kann. Es würde mich freuen, wenn du deine Erfahrungen mit mir und den anderen Lesern teilst. Nutze dafür doch einfach die Kommentarfunktion auf meinem Blog. Ich freue mich auf deine Hinweise!


   


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