Samstag, 24. Mai 2014

Immer Ärger mit den Etiketten

Heute möchte ich mich über etwas auslassen, das mich hin und wieder ärgert. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich verstehe nicht, warum es manche Buchhändler nicht schaffen, Etiketten auf die Bücher zu pappen, die sich auch leicht wieder lösen lassen. Sollte eine Absicht dahinter stecken, ist sie mir bisher verborgen geblieben. Es sei denn, sie besteht darin, mich und meinen Sinn für Ästhetik in den Wahnsinn zu treiben!



Diese Woche erlebte ich dieses Drama gleich an zwei aufeinander folgenden Tagen. Das erste, was ich nämlich jedes Mal mache, wenn ich ein neues Buch in meinen Händen halte: Ich streiche über das Cover und blättere durch die Seiten. Ich liebe einfach diesen Geruch, den das noch unberührte Papier verströmt. Ich mag es, das Schriftbild zu begutachten und zu spüren, wie das Buch - ob gebunden oder als Paperback - in meinen Händen liegt. All das könnte so schön sein, würde mein kleines Ritual nicht manchmal von den Preisetiketten auf das Perfideste boykottiert, die hinten auf den Buchrücken geklebt worden sind. Bei einigen Büchern ist das kein Problem, ich pule kurz eine Ecke hoch, an der ich anfassen kann, und ziehe das Etikett in einem Rutsch ab. Manchmal aber sieht das Ergebnis dann leider so aus:


Dann findet das Knibbeln und Knubbeln kein Ende und der ganze Zauber der ersten Begegnung ist dahin. Zumindest so lange, bis das Ergebnis endlich meinen Vorstellungen entspricht. Besonders empört war ich vor zwei Tagen, als ich nach minutenlangen Bemühungen und detailgenauem Fingerspitzenspiel unter einem breiten Preisetikett schließlich ein kleineres zum Vorschein brachte:


Nach einer Weile habe ich es schließlich aufgegeben. Diesem Etikett hätte ich nur noch mit einem Cutter-Messer den Garaus machen können. Ich meine, was denkt ihr euch, liebe Buchhändler, dabei? Ich habe ein Buch gekauft und hätte es gern in tadellosem Zustand. Kaputt machen und zerlesen kann ich es immer noch selber. Und ich möchte keine Kratzspuren auf der Coverrückseite. Menno! (Ich hab es extra in der Abendsonne aufgenommen, weil es da so ein schön dramatisches Licht gab.) Dass dies zum Glück nur Einzelfälle sind, beweisen all die gelungenen "Operationen" in meinem Regal, die ich im Laufe der Zeit habe durchführen können. Zum Glück geht es meist ja auch anders. :)



  

Kommentare:

  1. Zum einen sind ablösbare Etiketten teurer, zum anderen möchte man natürlich nicht, dass sie sich bei der Lieferung lösen.

    In den meisten Fällen wären die Etiketten aber auch überflüssig, das Buch enthält ja schon einen Strichcode mit der ISBN und es gibt in Deutschland sowieso Buchpreisbindung. Daher kenne ich diese Aufkleber vor allem von Mängelexemplaren (und ausländischen Büchern).

    Die meisten typischen Tipps zum Ablösen lassen sich auf Bücher nicht anwenden, da wir ein Buch ja nicht einnweichen können...
    Was aber einen Versuch wert wäre ist anwärmen. Einfach vorsichtig mit dem Fön gleichmässig erwärmen und dann hoffen, dass man es in einem Rutsch abziehen kann.

    Weitere Tipps hier:
    http://www.etikettenwissen.de/wiki/Etiketten_entfernen

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  2. Vielen Dank für die Tipps! Dass sie teurer sind, kann schon sein. Aber in diesen beiden Fällen handelte es sich weder um ausländische Bücher noch um Mängelexemplare, sondern regulär erworbene Neuexemplare.
    Ich finde, es kann nicht sein, dass ich ein neues Buch kaufe und es nach der Entfernung des Etiketts zum Mängelexemplar mutiert. Und ich kenne sehr rennomierte Buchhandlungen, die gut ablösbare Etiketten verwenden, die sich anscheinend nicht beim Transport vorher lösen.
    Mich würde interessieren, von welchem Betrag wir sprechen, wenn von "teurer" die Rede ist. Ein paar Cent sollten doch drin sein, wenn dadurch das Produkt in seinem einwandfreien Zustand erhalten bleibt.

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