Samstag, 5. Oktober 2013

Übersetzbarkeit

Schwierig ist nur, was du nicht kannst. Einfach erscheint, was einem selber selbstverständlich ist. Manchmal habe ich den Eindruck, kaum etwas ist gleichermaßen schwierig und notwendig wie eine gute Kommunikation. Aber was genau versteht man darunter? Alles zu sagen, was einem wichtig ist? Die richtigen Dinge auch mal weg zu lassen? Den passenden Ton zu treffen? Den perfekten Zeitpunkt? Den unmissverständlichen Wortlaut, so es ihn denn überhaupt gibt?

Schon im Studium habe ich mich intensiv mit dem Problem der Übersetzbarkeit beschäftigt. Wenn zwei Menschen unterschiedliche Sprachen sprechen, ist dieses offensichtlich. Vokabeln allein machen keine Sätze. Grammatikalisch korrekte Sätze schaffen noch kein Gespräch. Einleuchtend irgendwie.
Kompliziert wird es dann, wenn du zwar glaubst, die gleiche Sprache zu sprechen, dies aber nur auf den ersten Blick der Fall ist. Die Vorstellung von ein und demselben Begriff kann, je nach Kontext und persönlichem Erfahrungsschatz, weit auseinander gehen. Ebenso die Bewertung dessen, was wichtig ist und welchen Dingen man weniger Bedeutung verleiht.



„Ich bin glücklicherweise nicht dafür verantwortlich, was Sie hören.“ Aber: „Ich bin voll verantwortlich für das, was ich sage.“ - Zwei Sätze des Neurobiologen Humberto Maturana. Was meint er damit? Zum einen, dass ich die Verantwortung dafür trage, wie ich mich anderen gegenüber äußere und was ich inhaltlich von mir gebe. Daran kann ich arbeiten. Allerdings scheiden sich die Geister, wenn es darum geht, hier einen verbindlichen Fahrplan zu formulieren. Nicht verantwortlich bin ich für all die "Nebenbedeutungen", die mein Gesprächspartner meinen Worten gibt. Beispielsweise weil er Ähnliches schon mal in einem anderen Kontext gehört hat. Genau hier fängt die Schwierigkeit an.

Mein Eindruck ist, dass vor allem die Kenntnis um die eigenen wunden Punkte hilft, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Gänzlich vermeidbar sind sie nicht. Sich einzulassen heißt, gleichzeitig auch Verletzungen in Kauf zu nehmen. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen, wenn sie geschehen sind.
Auch Zuhören ist ein wichtiger Bestandteil eines guten Gesprächs. Wenn dies in wechselseitigem Interesse geschieht, ergibt es eine gute Basis dafür, eine gemeinsame Kommunikation aufzubauen.

  

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