Donnerstag, 11. August 2011

[Rezension] "Verwandlungen" - Linda Entz

Ein Mann, dessen Anatomie sich dank übermäßigen Fußballkonsums erschreckend verändert, eine Gruppe von Kunstexperten, die unter den Schichten künstlerischen Ausdrucks verschwinden, ein unangenehm anhängliches Buch, das sich an die Fersen eines Nichtlesers heftet - das sind nur einige der Gestalten, denen man in den Kurzgeschichten von Linda Entz begegnet.




In ihren Erzählungen entführt die Autorin in groteske Alltagssituationen und lässt sich die kleinen Unebenheiten menschlichen Wesens und Schaffens auf der Zunge zergehen. Mit Wonne und stets einem Zwinkern arbeitet sie sich durch eine ganze Palette surrealer und überraschender "Verwandlungen".
Zweifelsohne ein Highlight bildet in der Reihe rasch zu lesender Farbtupfer für mich und meinen schwarzen Humor die Erzählung "Arbeitsteilung", die amüsante Schilderung eines Verbrechensvertuschungsprozesses, die kein Klischee des deutschen Handwerks unberührt lässt und dennoch ihre Figuren liebevoll ins Zentrum rückt.
Ohne viel Aufhebens und mit einem guten Auge fürs Detail ist dieser Erzählband nicht zuletzt auch eine kleine Liebeserklärung an das Lesen und Schreiben selbst, dem Linda Entz hoffentlich auch weiterhin treu bleiben wird. Auf dass sie stets noch weitere unterhaltsame Begebenheiten zu Papier bringen möge!

Mein Urteil: Zack, in den Warenkorb damit! Und dann damit ab an den Strand!

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